Einige Filme der bevorstehenden 61. Berlinale (10.-20. Februar) habe ich bereits in Vorab-Pressevorführungen sehen können.
Über zwei Filme - die wunderbare argentinische Tragikomödie Medianeras (9/10 Punkte) von Gustavo Taretto sowie Alexander Zeldovichs unerträglichen Sci-Fi-Thriller Mishen (Target) (3/10 Punkte) - darf ich aus rechtlichen Gründen vor Beginn des Festivals nicht viel sagen, da sie erst während der Berlinale ihre offizielle Weltpremiere haben.

Unten folgen jedoch kurze Zusammenfassungen der weiteren vorab gesichteten Filme.
Während des Festivals werde ich dann auf Blogville und F.LM ausführlich über zahlreiche Berlinale-Beiträge berichten.
F.LM hat eine spezielle Seite zur Berlinale 2011 eingerichtet, auf der auch schon drei meiner Kritiken erschienen sind: Life in a Day, Vampire und Submarine.

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Sehr gut

Vampire (Shunji Iwai, USA 2011) 8/10 Punkte - Seiten: IMDB / Berlinale / Meine Kritik auf F.LM
Simon arbeitet als Lehrer, kümmert sich um seine kranke Mutter und führt scheinbar ein braves bürgerliches Leben. Doch in seiner Freizeit gabelt er online suizidale Frauen auf und assistiert ihnen beim Selbstmord, um dann ihr Blut trinken zu können. Shunji Iwais poetischer Film hat wenig mit dem Horror-Genre und noch viel weniger mit Vampir-Mythologie zu tun. Stattdessen ist Vampire ein ruhiges, einfühlsames Portrait lebensmüder junger Menschen, das in unkonventionellen Kameraeinstellungen die verzerrte Weltsicht verzweifelter Menschen zeigt.

Wahrscheinlichkeit eines regulären Kinostarts in Deutschland: 60%

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Gut

Submarine (Richard Ayoade, Großbritannien 2010) 7/10 Punkte - Seiten: IMDB / Berlinale / Meine Kritik auf F.LM
Oliver Tate ist ein traurig drein-blickender 15-Jähriger mit einem weltfremden Vater, der sich ausschließlich für Fische interessiert, und einer nur scheinbar frigiden Mutter, die ihre Ehe durch enger werdende Kontakte zum esoterischen Showmaster von nebenan auf’s Spiel setzt. Mit lakonischen Voice-over-Kommentaren erläutert Oliver seinen Blick auf die Welt, die für ihn vor allem aus der Schule und der angehimmelten Klassenkameradin Jordana besteht. Submarine ist eine trockene, mitunter schwarze Coming-of-Age-Komödie mit eigenwilligen stilistischen Einfällen und viel Situationskomik.

Wahrscheinlichkeit eines regulären Kinostarts in Deutschland: 75%

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Okay

Life in a Day (Kevin Macdonald, USA 2011) 6/10 Punkte - Seiten: IMDB / Berlinale / Offizielle Seite / Meine Kritik auf F.LM
Youtube hat seine zahllosen Nutzer in aller Welt gebeten, einen Tag ihres Lebens – den 24. Juli 2010 – mit der Kamera zu begleiten. Life in a Day bietet einen panoramaartigen Blick auf Menschheit und Erde und bemüht sich dabei, so viele Facetten des menschlichen Lebens wie möglich zu berücksichtigen. Kevin Macdonalds Film ist voller bewusstseinserweiternder Einblicke in fremde Leben und fremde Kulturen, oftmals amüsant, mitunter aber auch traurig. Die eigentliche, bewundernswerte Leistung besteht jedoch darin, 4500 Stunden Videomaterial auf 95 inhaltlich zusammenhängende Minuten geschnitten zu haben, sodass die Lebewesen anderer Planeten in kurzer Zeit einen umfassenden Blick auf die Erde und ihre seltsamen Bewohner werfen können.

Wahrscheinlichkeit eines regulären Kinostarts in Deutschland: 95%

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Fjellet (The Mountain, Ole Giæver, Norwegen 2011) 6/10 Punkte - Seiten: IMDB / Berlinale / Trailer / Meine Kritik auf F.LM
Zwei Frauen begeben sich auf eine tagelange Wanderung durch die norwegische Bergwelt. Die Reise soll ihre Beziehung kitten, denn als sie den selben Weg das erste Mal beschritten, wurde die Grundlage für ihre sukzessive Entzweiung gelegt: Der gemeinsame Sohn fiel von einem Felsen und starb. Auf der Wanderung durch atemberaubende Landschaften werden die Folgen sichtbar: Nora hat sich verschlossen und allen Schmerz verdrängt – Solveig hingegen will sich der Trauer stellen, um sie letztlich überwinden zu können. Fjellet (The Mountain) ist ein sehr reduzierter Film über den Umgang mit eigenen Wunden und den Verwundungen anderer.

Wahrscheinlichkeit eines regulären Kinostarts in Deutschland: 15%

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Mittelmäßig

Dance Town (Kyu-hwan Jeon, Südkorea 2010) 5/10 Punkte - Seiten: IMDB / Berlinale / Meine Kritik auf Blogville
In Dance Town flieht eine Nordkoreanerin ins benachbarte Südkorea, ihrem Mann gelingt die Flucht nicht. Der Film zeichnet die schwierige Integration von Menschen nach, die aus einer Gesellschaft kommen, in der es weder Internet noch ausländische Medien gibt und die damit der Propaganda-Maschinerie des totalitären Regimes von Kim Jong-Il hilflos ausgesetzt sind. Allerdings liefert der Film kaum Beschreibungen der politischen und humanitären Situation in Nordkorea, sodass mit der Materie nicht vertraute Zuschauer nur schlecht nachvollziehen können, warum Menschen überhaupt aus ihrer Heimat nördlich der Joint Security Area fliehen wollen. Emotional fällt der Film flach, einige Erzählstrange versanden und die wenigen Schilderungen nordkoreanischer Zustände sind eher positiver als es die Realität hergibt.

Wahrscheinlichkeit eines regulären Kinostarts in Deutschland: 0%

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Martin Gobbin
www.f-lm.de/author/martin/
www.imdb.com/mymovies/list?l=39827885

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