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Side Effects (Steven Soderbergh, USA, 2013)
7/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Wettbewerb)
Schade, 80 Minuten lang ist Soderberghs Side Effects ein richtig spannender und cleverer Thriller, in dem sich keine Figur eindeutig als schuldig festmachen lässt. Die Auflösung gerät dann aber leider etwas zu "clever" - und führt außerdem dazu, dass der Film letztlich gar nichts mehr mit der Ausbeutung psychisch Kranker durch die Pharmaindustrie zu tun hat. Und das Ende ist dann auch etwas zu happy und gerecht.
Dark Blood (George Sluizer, Niederlande, 2012)
6/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Wettbewerb)
Ohne den frühen Tod von River Phoenix hätte Dark Blood wohl keinen Platz im Wettbewerb bekommen. Ein Ehepaar um die 50 bleibt in der Wüste mit seinem Auto liegen - ein Fremder scheint ihnen zunächst Hilfe zu leisten, beginnt sich aber mehr und mehr für die (nicht wirklich MILF-ige) Frau zu interessieren und hält die beiden bei sich gefangen. Eine überzeichnete Hauptfigur und ein wirres letztes Drittel lassen den Film über (unterhaltsames) Mittelmaß nicht hinaus kommen.
Closed Curtain (OT: Pardé, Jafar Panahi & Kamboziya Partovi, Iran, 2013)
6/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Wettbewerb)
Bei den durchweg positiven Reaktionen zu Closed Curtain habe ich den Eindruck, dass die Entstehungsgeschichte des Films und der (verständliche) Wille, den mit Hausarrest und Arbeitsverbot belegten Jafar Panahi politisch zu unterstützen, stark mit in die Bewertung einfließen. Denn lässt man all diese Umstände außer Acht und schaut nur auf den Film, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, was daran narrativ oder formal sonderlich stark sein soll. Den Ansatz, anhand der Misshandlung von Tieren die Unmenschlichkeit eines Regimes zu zeigen, fand ich ziemlich gut - leider setzt der Film aber nur in den ersten 15 Minuten auf dieses Konzept.
Sieniawka (Marcin Malaszczak, Polen, 2013)
4/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum)
Sieniawka ist nochmal ein richtiger Tiefpunkt des Festivals. Dass es nicht mehr wirklich avantgardistisch ist, einen Film mit geistig Behinderten zu machen, ist da noch ein recht kleines Problem. Dass der Film sich größtenteils als Doku ausgibt, einige der Szenen aber doch inszeniert, ist Zuschauerverarschung. Dass er seinen anfänglichen Plot einfach abbricht und vergisst, ist ebenso ärgerlich wie die offensichtliche sadistische Freude des Regisseurs daran, seine Zuschauer auf eine Geduldsprobe zu stellen - ohne jeglichen tieferen Sinn und deshalb mit sehr hoher Walk-out-Rate. Und wenn man dann spät im Film sieht, was thematisch und visuell alles liegen gelassen wird, ist es schade um den Film, den man aus diesem Material hätte machen können.
The eternal Night of twelve Moons (OT: La eterna Noche de las doce Lunas, Priscila Padilla, Kolumbien, 2013)
6/10 Punkte
noch keine IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Generation)
In der Doku The eternal Night of twelve Moons geht es um ein 12-jähriges Mädchen aus einer kolumbianischen Indigenen-Gruppe, die aus rituellen Gründen ein Jahr lang in einer Lehmhütte eingeschlossen wird, als ihre Menstruation einsetzt. Durch diesen asketischen Brauch soll ihr "Heiratswert" gesteigert werden. Ein solider, mit westlichen Moralvorstellungen oft nicht leicht zu ertragender Film über Traditionen, die die Psyche junger Menschen angreifen und hierzulande wohl als Folter definiert werden würden.
The Act of Killing (Joshua Oppenheimer & Christine Cynn & Anonymus, Dänemark/Norwegen/Großbritannien, 2012)
9/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Panorama)
Mein persönlicher Berlinale-Gewinner dürfte gefunden sein. Die beklemmende Doku The Act of Killing lässt die reuelosen Massenmörder der früheren indonesischen Militärdiktatur ihre einstigen Greueltaten reinszenieren. Das konfrontiert die Täter nicht nur mit ihren verdrängten Verbrechen, sondern lässt sie auch die Perspektive ihrer Opfer übernehmen und nachempfinden. Die Aussagen und Reaktionen, die der Film den Mördern dabei entlockt, lassen einem immer wieder die Kinnlade runterklappen. Oft ist gar nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar, ob die Protagonisten noch schauspielern oder einfach sie selbst sind. Und ganz nebenbei leistet der Film noch eine Einführung in das heutige, korrupte politische System Indonesiens, in dem sich der Staat das Gewaltmonopol mit einflussreichen Paramilitärs teilen muss.
Don Jon's Addiction (Joseph Gordon-Levitt, USA, 2013)
6/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Panorama)
Don Jon's Addiction ist ein Crowd Pleaser, der hinter seiner bunt-quirligen Fassade eine konservative Agenda versteckt, was Liebe und Sexualität angeht. Die Story über einen Porno-süchtigen Aufreißer, der sich verliebt und deshalb den Versuch unternimmt Porno-abstinent zu werden, bietet viele Lacher und ein paar erhellende Thesen zu unserem Umgang mit Pornographie. Aber letztlich wird es doch arg kitschig, naiv und prüde, wenn der Protagonist durch die Liebe bekehrt und von seiner Porno-Sucht 'geheilt' wird.
Hide your smiling Faces (Daniel Patrick Carbone, USA, 2013)
5/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Generation)
Im Katalog heißt es zu Hide your smiling Faces: "Mit dem Verzicht auf eine forcierte Geschichte schafft Carbone Raum für eigene Reflexionen." Übersetzt heißt das "langweilig". Eine besonders gute Studie, was es für Jungen bedeutet, ihr männliches Image wahren zu müssen, bietet der Film leider auch nicht.
Cold (OT: Soguk, Ugur Yücel, Türkei, 2012)
8/10 Punkte
noch keine IMDB-Seite vorhanden / Berlinale-Seite (Panorama)
Das türkische Drama Cold ist der bisher beste Film, den ich auf dieser Berlinale gesehen habe. Ein biederer, frommer Familienvater verfällt darin einer russischen Prostituierten, vernachlässigt seine hochschwangere Frau und gerät so in einen schweren Gewissenskonflikt. Zu dem starken Plot kommen grandiose winterliche Landschaftsbilder und eine (ebenso pessimistische wie ehrliche) Männlichkeitsstudie dazu. Passend zum (auch akustisch stark eingesetzten) Leitmotiv der Eisenbahn fühlt man sich nach diesem harten, kraftvollen Film wie überfahren
Das merkwürdige Kätzchen (Ramon Zürcher, Deutschland, 2013)
8/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum)
In Das merkwürdige Kätzchen merkt man wiedermal, was Plotbeschreibungen wert sind: Nichts. Auf dem Papier klingt der Film total öde - und dann so eine schöne, espritvolle, mit grandios absurden Dialogen und Situationen gespickte Komödie über die kleinen Momente des Lebens. Noch dazu gibt es darin eines der überraschendsten, schönsten, urkomischsten (und un-anthropozentrischsten) Bilder des gesamten Festivals, wenn wir einen Hund beobachten, wie er eine Katze beobachtet. Einziges Manko: Der Film löst sein immer wieder angedeutetes dramatisches Versprechen nicht ganz ein. Dennoch: Unbedingt dieses filmische Kleinod entdecken!
Upstream Color (Shane Carruth, USA, 2013)
7/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Panorama)
Der SciFi-Thriller-Plot vom in Sundance viel gelobten Upstream Color geht definitiv nicht auf, dabei macht der Film ziemlich auf bedeutungsschwanger. Als experimenteller Bilderfilm, der rein sinnlich statt intellektuell vorgehen möchte, funktioniert er aber ganz gut. Intensives Sound Design, eine manische Schnittfrequenz und mitunter betörende (wenn auch nicht immer verständliche) Bilder erschaffen einen in Richtung Malick tendierenden Zustand der Entrückung. Allerdings wirkt der Film durch die zunehmend schwächer werdende Verbindung von Stil und Plot recht rätselhaft und hinterlässt viele Fragen.
Leviathan (Lucien Castaing-Taylor & Verena Paravel, Frankreich/USA, 2012)
8/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum Expanded)
Wirklich einzigartige Filme gibt es sehr, sehr selten. Leviathan ist ein solcher Film.
Zwar hat er ein eher begrenzt interessantes Thema (Hochseefischerei) und auch ein paar Schwächen (Redundanz; Übererfüllung des Kunstfilm-Klischees der lange andauernden Einstellungen). Dennoch ist dieses Werk ein absoluter must-see-Film. Denn aus einer Fischerei-Doku macht das Regie-Duo einen extrem sinnlichen, wuchtigen Experimental-Horrorfilm. Tolle Unterwasser-Bilder, grandioses Sound Design und sehr unkonventionelle Kameraperspektiven lassen den Film zu einem wahren Kino-Erlebnis werden. Fast beginnt man, sich selbst wie ein Fisch zu fühlen - ein komplett orientierungsloser Fisch, der von rauen Männern herumgeschleudert und von hungrigen Möwen angestarrt wird. Erstaunlich ist, dass die Bilder laut den Filmemachern allesamt unbearbeitet sind - dabei wirken sie mitunter bis hin zur Abstraktion entfremdet.
The Eternal Return of Antonis Paraskevas (OT: I aionia epistrofi tou Antoni Paraskeua, Elina Psykou, Griechenland, 2013)
5/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum)
Der griechische Beitrag The Eternal Return of Antonis Paraskevas über einen alternden TV-Moderator, der seine eigene Entführung faket, um noch einmal große mediale Aufmerksamkeit zu bekommen, lässt mich etwas ratlos zurück. Die Analyse kannibalistischer Eigendynamiken im Mediensystem ist ja ganz interessant - allerdings schwankt der Tonfall des Films mehrfach recht stark und das antiklimaktische Ende ähnelt eher einem Abbruch als einem Abschluss.
Computer Chess (Andrew Bujalski, USA, 2013)
8/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum) / Meine Kritik auf Critic
Es geht doch! Andrew Bujalskis Computer Chess ist eine sehr vergnügliche, trockenhumorige Satire über Computernerds, freie-Liebe-Esoteriker und den Zusammenprall dieser zwei inkompatiblen Hardwareteile. Gedreht auf alten Videokameras mit schwarz-weißem Material, Anti-HD-Auflösung und 16mm-Körnern. Ein detailverliebter Film mit Kultpotential, der viel Spaß macht, während er seine Späßchen macht.
Endzeit (Sebastian Fritzsch, Deutschland, 2013)
6/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Perspektive Deutsches Kino)
In Sebastian Fritzsch' postapokalyptikschem Debütfilm Endzeit tauchen zwar ein paar metaphorische Wölfe auf - der Mensch aber ist dem anderen Menschen hier weitaus weniger Wolf als in thematisch verwandten Werken. Fritzsch verweigert sich fast jeglicher spektakulärer Zuspitzung und konzentriert sich ganz auf das zwischenmenschliche Drama. Noch etwas holprig inszeniert, aber eine frische Herangehensweise an das Genre und wunderschön dunkel ausgeleuchtete Gesichter und Interieurs machen aus Endzeit ein Debüt, das Zukunftspotential erkennen lässt.
Yumen (J.P. Sniadecki & Huang Xiang & Xu Ruotao, China, 2012)
3/10 Punkte
noch keine IMDB-Seite vorhanden / Berlinale-Seite (Forum Expanded)
Die Walk-out-Rate des undefinierbaren chinesischen Etwas Yumen kann es fast mit der von Love Battles aufnehmen. Anders als Love Battles oder Viola tut Yumen aber noch nicht mal so, als steckte da irgendein Sinn hinter. Theoretisch geht es um eine chinesische Geisterstadt - de facto nutzen die Regisseure den Passepartout-Begriff "Experimentalfilm" als Freifahrtschein für zusammenhanglosen Unsinn.
Together (OT: Tian mi mi, Hsu Chao-jen, Taiwan, 2012)
5/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum)
Die taiwanesische Komödie Together beobachtet die Liebeswirrungen und -irrungen rund um eine durchschnittliche, urbane Familie. Das ist mitunter vielleicht ein wenig albern, wäre ansonsten aber ganz nett anzusehen, wenn es nicht so furchtbar belanglos wäre. Wenn sich solche rundum egalen Filme auf einem Festival häufen, wird das irgendwann ärgerlich. So langsam könnten mal die notwendigen Filme kommen - die, die gemacht werden müssen.
Stemple Pass (James Benning, USA, 2012)
5/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum)
Auch auf die Gefahr hin, als Banause abgestempelt zu werden, der das Ganze "nicht verstanden" hat: In James Bennings Stemple Pass ist mir - trotz meines großen Interesses sowohl an Experimentalfilmen als auch am Fall des UNA-Bombers Ted Kaczynski - nicht so richtig klar geworden, warum ich 4x30 Minuten lang auf einen Nachbau von Kaczynskis Hütte starren soll. Lutz Dammbecks Das Netz hat das selbe Thema meines Erachtens interessanter/erfolgreicher/fundierter aufbereitet als Benning mit seinem altbekannten Formalismus.
Metamorphosen (Sebastian Mez, Deutschland, 2013)
6/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Perspektive Deutsches Kino)
Die studentische Arbeit Metamorphosen über eine weitgehend unbekannte, radioaktiv verstrahlte russische Region ist eine solide, wenn auch einigermaßen konventionelle Kino-Doku. Die leicht strenge, ruhige Schwarz-Weiß-Ästhetik findet schöne Landschaftsbilder. Vor allem lebt der Film aber von seiner Aufklärungsarbeit.
Love Battles (OT: Mes séances de lutte, Jacques Doillon, Frankreich, 2013)
3/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Panorama)
Auch der französische Film Love Battles bewirbt sich um den Titel des unerträglichsten Films des Festivals. Es geht um eine schwer dysfunktionale Beziehung eines Mannes zu einer schwer dysfunktionalen Frau. Statt Sex zu haben, reden und kämpfen die beiden unaufhörlich miteinander. Dieses zielgehemmte Körperballett soll vermutlich ein kontroverses Masochismus-Drama sein, ist aber letztlich nur lächerlich, ermüdend und visuell dröge.
Viola (Matías Piñeiro, Argentinien, 2012)
3/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum) / Meine Kritik auf Kino-Zeit
Der argentinische Film Viola ist ziemlich genau 65 Minuten zu lang - bei einer Spieldauer von 65 Minuten. Ein nervtötender High-Concept-Film, der Shakespeare ins heutige Argentinien transferiert und die immer selben Zeilen als Geduldstest für den Zuschauer ständig wiederholt. Weitgehend zusammenhangloses, abgefilmtes Theater ohne jegliche Bildideen.
La Religieuse (Guillaume Nicloux, Frankreich, 2013)
7/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Wettbewerb)
Der französische Wettbewerbsbeitrag La Religieuse besteht aus zwei Hälften. Einem bedrückenden Drama über die tyrannische Unterdrückung einer jungen, unfreiwilligen Nonne - und einer Komödie über lesbische Nonnen. Beide Hälften sind für sich genommen gut, nur passen sie halt überhaupt nicht zusammen.
Jîn (Reha Erdem, Türkei, 2013)
7/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Generation)
Reha Erdem kehrt drei Jahre nach dem grandiosen Kosmos mit der Fabel Jîn zur Berlinale zurück. Ein junges kurdisches Mädchen flüchtet darin sowohl vor dem türkischen Militär als auch vor ihrer Vergangenheit als Freiheitskämpferin/Terroristin. Ein sehr mutiger, weil pro-kurdischer Film mit atemberaubenden Naturbildern und starkem Sound Design - wenn auch etwas kitschig und mit einem recht einseitigen Blick auf den Kurdistan-Konflikt.
Fatal (OT: Kashi-ggot, Lee Donku, Südkorea, 2012)
8/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Panorama) / Meine Kritik auf Critic
Das südkoreanische Drama Fatal über einen Jungen, der sich in ein Mädchen verliebt, das er und seine Freunde vor 10 Jahren vergewaltigt haben, ist zwar kein Meisterwerk, aber mein bisher bester Berlinale-Fund. Ein emotional starker, visuell experimentierfreudiger Film über Schuld, Sühne und das Zerbrechen an beidem.
Belated (OT: Deshora, Bárbara Sarasola-Day, Argentinien, 2013)
6/10 Punkte
noch keine IMDB-Seite vorhanden / Berlinale-Seite (Panorama)
Im argentinischen Film Belated baut sich zwischen zwei Ehepartnern und ihrem Neffen ein Dreieck des Begehrens auf - was das Kriseln der Partnerschaft zwar einerseits an die Oberfläche bringt, andererseits aber das Sexualleben des Paars auch wiederbelebt. Eher Mittelmaß, aber mit einem starken Ende und einer wunderbar lakonischen Sexszene.
Gold (Thomas Arslan, Deutschland, 2013)
7/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Wettbewerb)
Im deutschen Wettbewerbsbeitrag Gold suchen ein paar deutsche Siedler am Ende des 19. Jahrhunderts im Norden Kanadas nach dem wertvollen Rohstoff. Der Film ist trotzt relativ spektakulärer Wendungen recht zurückgenommen und streut gelegentlich schwarzen Humor ein. Insgesamt gut, kommt aber nicht an Kelly Reichardts ähnlichen Neo-Western Meek's Cutoff ran.
Elelwani (Ntshavheni Wa Luruli, Südafrika, 2012)
5/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum) / Meine Kritik auf Kino-Zeit
Elelwani ist ein etwas simpel gestricktes südafrikanisches Drama über eine Akademikerin, die von ihrer Familie gezwungen wird, auf dem Dorf zu bleiben und den Stammeskönig zu heiraten. In der zweiten Hälfte wird der Film etwas stärker - aber zunächst mal rennt er lauter offene Türen ein, wenn er (sehr plakativ) gegen repressive Traditionen, Zwangsheirat und das Patriarchat argumentiert.
A Single Shot (David M. Rosenthal, Kanada/USA, 2013)
7/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum)
A Single Shot ist ein stilistisch starker Thriller über einen Redneck, der seine Frau und seinen Job verliert, jemanden versehentlich erschießt und von Backwoods-Gangstern durch die Wälder gejagt wird. Tolle entsättigte Bilder mit kaltem Blaustich, schöne Landschaftsaufnahmen, authentische Dialoge und aufwendiges Sound Design. Nur die Auflösung des Plots ist dann doch etwas zu dick aufgetragen und das Finale zieht sich ziemlich hin.
The Daughter (OT: I kori, Thanos Anastopoulos, Griechenland, 2012)
6/10 Punkte
IMDB-Seite / Berlinale-Seite (Forum)
In The Daughter entführt ein Teenie-Mädchen einen kleinen Jungen, um dessen Vater dazu zu bewegen, ihrem Vater die Schulden zu erlassen. Der Film macht einiges richtig (ungewöhnliche Kameraperspektiven, Darstellung der Wirtschaftskrise am Einzelfall) und einiges falsch (massive logische Löcher, ungehobelte Informationsstreuung). An die großen Werke des neuen griechischen Kinos kann er nicht anschließen. Letztlich ein typischer Durchschnitts-Festivalfilm, den man nach zwei Tagen wieder vergessen hat.
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Martin Gobbin
www.critic.de/redaktion/martin-gobbin/
www.f-lm.de/author/martin/
www.imdb.com/mymovies/list?l=39827885
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